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Verleihung Österreichischer Filmpreis 2014

22. Jänner 2014
Auditorium Grafenegg


„Das war ein gutes Jahr für den österreichischen Film!“

Zum vierten Mal wurde der Österreichische Filmpreis 22. Jänner 2014 verliehen. 1000 Gäste waren bei dem stimmigen Abend in Grafenegg und gratulierten. Zu den mehrfachen Preisträgerfilmen der von der Akademie des Österreichischen Films jährlich vergebenen Auszeichnung zählt heuer Hüseyin Tabaks Migrantendrama „Deine Schönheit ist nichts wert“, das mit vier Preisen (Bester Spielfilm, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Beste Musik) gewürdigt wurde. Bewegt und mit großer Emotion nahm Tabak die Preisskulpturen entgegen und dankte seinem großartigen Team, den Darsteller/innen und Produzenten. Über jeweils drei Preise durften sich Gustav Deutschs „Shirley – Visions of Reality“ (Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümbild) und Marvin Krens „Blutgletscher“ (Bester männlicher Darsteller, Beste Maske, Beste Tongestaltung) freuen. Maria Hofstätter erhielt die Auszeichnung „Beste weibliche Darstellerin“ und Gerhard Liebmann wurde als „Bester männlicher Darsteller“ prämiert.

Das Präsidentenpaar Ursula Strauss und Stefan Ruzowitzky eröffnete einen gelungen Abend: „2013 war ein gutes Jahr für den österreichischen Film, das mit einem Oscar für Michael Hanekes „Liebe" begann und mit einem Emmy für Andreas Prochaskas ORF-Koproduktion "Das Wunder von Kärnten" zu Ende ging. Das österreichische Filmwunder wird 2014 weitergehen. Die kommende Berlinale ist mit 21 Produktionen fest in österreichischer Hand. Viele neue Namen, viele junge Kollegen/innen sind eingeladen.“

Gleichfalls verwiesen Strauss und Ruzowitzky darauf, dass die Bundesländer wichtige Partner für Filmprojekte sind. Wien hat hier seit jeher eine Vorreiterrolle, Länder wie Niederösterreich haben erkannt, dass man mit regionaler Förderung nicht nur die Kunst befördert, sondern vor allem auch die Wirtschaft ankurbeln kann.

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Ursula Strauss, Stefan Ruzowitzky - Präsidentschaft der Akademie des Österreichschen Films / © Robert Newald

Die Präsidentschaft der Akademie freute sich auch Bundesminister Josef Ostermayer unter den Gästen begrüßen zu dürfen. Vor wenigen Tagen war publik geworden, dass massive Budgetkürzungen im ORF drohen und die Entwicklung des österreichischen Filmschaffens gefährden. Die Präsidenten und der Vorstand der Akademie erwarten und hoffen, dass die Regierung als Eigentümervertreterin des ORF mit dessen Geschäftsführung rasch eine Lösung erarbeitet, um dies zu verhindern.

Aber auch großer Dank wurde dem ORF für die aktuelle und sehr umfangreiche Kooperation ausgesprochen, denn erst so wird die Gala auch ein Medienereignis für das breite Publikum. So gab es einige Erstausstrahlungen ausgezeichneter heimischer Filme zur Primetime am 22. und 23. Jänner auf allen Sendern. 731.000 sahen gestern „Anfang 80“. In Kooperation mit Fernsehdirektorin Kathrin Zechner wurde gemeinsam mit der Akademie des Österreichischen Films ein neues Sendeformat entwickelt. „Achtung! Sondersendung zum Österreichischen Film“, das erstmals am 23.1. um 22 Uhr auf ORF eins ausgestrahlt wurde. Da ist uns wirklich etwas gelungen!! Auch ORF III berichtete mit Live-Einstiegen von der Gala und Party, samt Interviews und Filmausschnitten von den Vorbereitungen zur Verleihung.

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Preisträger/innen des Österreichischen Filmpreises 2014 in Grafenegg / © eSeL-Lorenz Seidler

„Und wieder einmal haben wir Schwarmintelligenz bewiesen. Ein paar alte Hasen aber auch sehr viele Newcomer sind dabei. Mangelnde Vielfalt war noch nie unser Problem!“ so Strauss und Ruzowitzky abschließend, die sich damit auch bei den Filmschaffenden bedankten, „die durch ihre Leistungen diesen Abend notwendig machen.“

Der Schriftsteller Franz Schuh sprach in seiner Gastrede viele Aspekte der heimischen Kulturpolitik an und begann seinen Vortrag mit: „Wahrscheinlich steckt gerade darin, dass uns das Kino Glauben und Wissen unzertrennlich macht, eine eigene Geschichte. Es geht ums Nicht-Vergessen-Können ...“

Karl Markovics führte mit Bonmots durch einen besonderen Abend, für dessen Inszenierung Vorstandsmitglied Markus Schleinzer verantwortlich zeichnete. Der „Erster Chor der Akademie des Österreichischen Films“ unter der Leitung von Alexander Fennon, sang die Preisträger/innen mit eigens komponierten Nummern für Beatbox und Scat Singing schwungvoll ein.

Die spiralförmige Statuette stammt von der renommierten österreichischen Künstlerin VALIE EXPORT, die demnächst von Yoko Ono den „Courage Award for the Arts“ in New York (Modern Arts) entgegen nehmen darf. Jede Statuette ist signiert und somit auch ein originales Kunstwerk. Prof. VALIE EXPORT war auch unter den Gästen der Gala.

„Dass die Preisverleihung erstmals in Niederösterreich stattfinde, sei eine Gelegenheit, Grafenegg noch breiter an die Öffentlichkeit zu tragen", meinte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll im Gespräch auf der Galabühne mit Moderator Karl Markovics. Er werte diese Preisverleihung in Niederösterreich auch als "Referenz gegenüber dem Filmland Niederösterreich.“

Erstmals gab es am Vorabend der Verleihung den Abend der Nominierten im Wiener Rathaus (Stadtsenatssitzungssaal), auf Einladung von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny. In lockerer Atmosphäre, im Setting von Markus Schleinzers Wohnzimmer - inklusive Plattenspieler und Nierentischchen - wurden die Nominierten vorgestellt und diese erzählten auch Einiges über die Arbeit zu ihren Filmen.

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Karl Markovics / © eSeL-Lorenz Seidler

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Franz Schuh / © eSeL-Lorenz Seidler