Filmpreis hero

Wahlverfahren und Einreichung

Wie immer gilt: Nach der Gala ist vor der Gala. Der Österreichische Filmpreis, genauer gesagt das Einreich- und Wahlverfahren, beginnt bereits im Frühsommer. Von der Gründung der Akademie an bis zum Frühjahr 2019 hatte Barbara Lindner die Projektleitung Österreichischer Filmpreis inne, im Mai 2019 hat Alexandra Valent diese Aufgabe übernommen.

Im Juni 2019 stimmte Alexandra Valent die Richtlinien für den Österreichischen Filmpreis 2020 mit dem Vorstand ab. Dabei wurde die bereits im Rahmen der Vorstandssitzung im September 2018 einstimmig beschlossene Änderung der Kriterien zur österreichischen kulturellen Prägung berücksichtigt und die insgesamt drei Kriterien dementsprechend adaptiert. Eine Einreichung der sich qualifizierenden Filme war von Anfang Juli bis 30. August 2019 möglich. Insgesamt wurden 16 Spielfilme, 22 Dokumentarfilme und 18 Kurzfilme zum Auswahlverfahren für den Österreichischen Filmpreis 2020 angemeldet. Knapp vor Einreichschluss ging es im Büro der Akademie des Österreichischen Films sehr lebendig zu, denn viele der Filme wurden wie gewohnt knapp vor Deadline eingereicht und so manche Einreichunterlagen persönlich von den Einreicher/innen vorbeigebracht. Bis Mitte September wurden die 56 eingereichten Filme in unserer Datenbank erfasst und für das Wahlverfahren aufbereitet. Das Booklet zum Wahlverfahren, mit den Infos zu allen wählbaren Filmen und Filmschaffenden, wurde anschließend erstellt und die Filmliste auf der Website in Form einer Medienaussendung veröffentlicht. Die Ermittlung des Preisträgers bzw. der Preisträgerin des Österreichischen Filmpreises erfolgt in einem zweistufigen Verfahren, bestehend aus Nominierung und Wahl der Preisträger/innen. In der ersten Wahlstufe wählen die Ordentlichen Akademie-Mitglieder in Wahlgruppen. Nur Ordentliche Mitglieder, die den aktuellen Mitgliedsjahresbeitrag bezahlt haben, bekommen einen Sichtungscode und die Wahlunterlagen. Inhaltlich verwandte und größenmäßig vergleichbare Sektionen (Berufsgruppen) wurden zu Wahleinheiten zusammengefasst und nominieren gemeinsam in den ihnen zugeordneten Preiskategorien. Zudem gibt es für die Preiskategorie BESTER KURZFILM eine 28-köpfige „Wahlgruppe Kurzfilm“, für die man sich jedes Jahr neu melden kann und die u.a. aus jeweils zwei Vertreter/innen der Sektionen besteht.

Bei den Wahlgruppen gab es für die Richtlinien zum Österreichischen Filmpreis 2020 eine Neuerung: Basierend auf den Erfahrungen der vergangenen Filmpreis-Jahre, und durch einen Zuwachs an Akademie-Mitgliedern in einigen Sektionen, war die Balance in manchen Wahlgruppen nicht mehr gegeben. In anderen Worten: Manche Sektionen waren zahlenmäßig anderen Sektionen stark überlegen, wodurch ein Ungleichgewicht entstanden ist. Eine Änderung der Wahlgruppen wurde im Frühjahr lange und ausführlich diskutiert und im Juni 2019 wurde auf Anregung des Vorstands ein Stimmungsbild bei allen betroffenen Sektionen eingeholt. Da diese Umfrage positiv ausgefallen ist, wurden die Wahlgruppen für das Wahlverfahren zum Österreichischen Filmpreis 2020 überarbeitet. Insgesamt haben sich in drei Wahlgruppen Änderungen ergeben. Produktion und Regie sind in einer Wahlgruppe verblieben. Drehbuch bildet mit Schnitt nun eine Wahlgruppe und Kamera wanderte zur Wahlgruppe Kostümbild / Maske / Szenenbild. Die neuen Wahlgruppen wurden u. a. in den Richtlinien zum Österreichischen Filmpreis 2020 veröffentlicht.

Am 13. September 2019 war Wahlstart für die Nominierungen. Zur Vorbereitung wurden Wahlscheine und Sichtungslisten für alle 16 Preiskategorien gedruckt. Parallel dazu richtete unser Kooperationspartner Flimmit die Video-on-Demand- Sichtungsplattform für die Mitglieder ein und bereitete die Filme zum Streaming vor. Zum Wahlstart wurden die VOD Zugangsdaten per Mail verschickt und die Wahlunterlagen für den Postversand aufbereitet.

Eine tolle Neuerung gibt es auch noch zu verkünden: Auf Anregung und Wunsch haben wir für die Wahl zum Österreichischen Filmpreis 2020 der Wahlgruppe Drehbuch & Schnitt erstmalig auch die Drehbücher als Wahlunterlage zur Verfügung gestellt. Die Drehbücher sollen als zusätzliche Information dienen, die Bereitstellung war für die einreichenden Produzent/innen nicht verpflichtend. Die Kolleginnen und Kollegen anderer Filmakademien bieten dieses Service ebenfalls seit Kurzem an, und wir freuen uns sehr, dass es dieses Jahr auch uns möglich war, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Zudem sollen die nominierten Drehbücher nach der Pressekonferenz auf der Website der Akademie des Österreichischen Films veröffentlicht werden und somit auch der Öffentlichkeit zur Ansicht zur Verfügung stehen (vorausgesetzt es gibt dafür Zustimmung von den Einreicher/innen).

Die Akademie-Mitglieder haben insgesamt zehn Wochen lang Zeit die Filme zu sichten und abzustimmen. Bis zum Wahlschluss der Nominierungen am 25. November 2019 müssen alle Wahlscheine bei unserem Notar eingelangt sein. Wir bedanken uns an dieser Stelle beim öffentlichen Notar Dr.
Stephan Prayer
, der unser Wahlverfahren bereits seit dem 1. Österreichischen Filmpreis ehrenamtlich überwacht und bei seinem Team, das jedes Jahr eine beträchtliche Anzahl an Wahlscheinen auszuzählen hat. Die Nominierungen zum Österreichischen Filmpreis 2020 werden am 4. Dezember 2019 im Rahmen eines Pressegesprächs bekannt gegeben. Unmittelbar danach startet die zweite Wahlstufe, in der aus den Nominierungen die Preisträger/innen gewählt werden. Hier wählen alle ordentlichen, wahlberechtigten Mitglieder in allen 16 Preiskategorien. Neue Wahlscheine werden erstellt und an die Akademie-Mitglieder versendet. Diese Wahlscheine müssen bis 20. Jänner 2020 beim Notar einlangen. Die Preisträger/innen bleiben bis zur Gala geheim.

Als großes Ziel für die Wahl zum Österreichischen Filmpreis 2021 streben wir eine Umstellung des Wahlsystems von Print zu Online-Voting an. Denn so sehr die Akademie des Österreichischen Films Vorreiter in Sachen VOD-Sichtung war, so überfällig ist nun diese Entwicklung, die u. a. für die wahlberechtigen Akademie-Mitglieder (und für den Notar) eine Erleichterung darstellen soll.

Wahlverfahren2019 2020