Green Office: Corinna Gollmayr

„Man kann immer etwas verbessern“

Corinna Gollmayr war von April 2018 bis April 2020 Assistenz der Geschäftsführung und Nachhaltigkeitsbeauftragtestellvertreterin der Akademie des Österreichischen Films. Oliver Stangl sprach mit ihr über eine nachhaltige Gestaltung des Büroalltags.

2019 wurde beschlossen, den Österreichischen Filmpreis mit dem Österreichischen Umweltzeichen zu zertifizieren. Dies ist gelungen. Allerdings betrifft das Umweltzeichen nicht nur die Preisverleihung, sondern auch den Büroalltag in der Akademie des Österreichischen Films. Welche Schritte zu mehr Nachhaltigkeit haben Sie als Assistenz der Geschäftsführung und als Nachhaltigkeitsbeauftragtestellvertreterin hier gesetzt?

Es geht hier zum Beispiel um Dinge des täglichen Bedarfs, etwa Toilettenpapier oder Hygieneartikel. Es gibt hier ein Gütesiegel namens Blauer Engel, das sich auf vielen Produkten befindet, wie auf dem Toilettenpapier, auf unserem Drucker oder auf Druckerpapier. Wichtig ist, dass Hygieneartikel biologisch abbaubar sind.

Was ist am Toilettenpapier besonders umweltfreundlich?

Es wurde bereits aus Recyclingpapier hergestellt, zudem hat es eine spezielle umweltfreundliche Verpackung.

Der Drucker ist besonders energieeffizient?

Stimmt. Im Moment wird noch ein normaler Toner verwendet, aber auch hier gibt es Überlegungen, einen nachhaltigeren Toner einzusetzen. Gefüttert wird der Drucker mit zu 100 Prozent recyceltem Papier. Dafür nehmen wir in Kauf, dass das Papier nicht weiß, sondern grau ist. Außerdem drucken wir doppelseitig, was Papier einspart. Apropos Druck: Größere Druckaufträge werden bei Unternehmen in Auftrag gegeben, die über ein nachhaltiges Angebot verfügen. Einmal hat die Akademie beim Versand von Gedrucktem auch einen Aufpreis bezahlt, damit ein neuer Baum gepflanzt werden kann.

Was hat sich in Sachen Bürobedarf noch getan?

Stifte, Heftgeräte aus recyceltem Plastik und Post-its aus recyceltem Papier. Das Heftgerät kommt sogar ohne Metallklammern aus, man kann damit Blätter mittels Schleifen zusammenheften. Wir haben heuer zum Beispiel unsere Nominierungslisten damit getackert. Wir verwenden bereits vorhandenes Material so lange es geht, bei den nächsten Käufen wird auch hier noch stärker auf Nachhaltigkeit gesetzt, in diesem Bereich gibt es bereits ein breites Angebot.

Gibt es zu letzterem Punkt noch weitere Beispiele?

Ja. Wir haben noch die Kaffeemaschine eines bekannten Herstellers in Betrieb. Sie funktioniert mit Tabs. Wir haben allerdings Tabs besorgt, die mit Fair-Trade-Kaffee gefüllt sind, zudem sind sie kompostierbar und frei von Aluminium. Wir werden die Maschine verwenden, so lange sie funktioniert. Für die Zeit danach wird man wohl eine Kaffeemaschine ohne Tabs andenken. Denn ganz auf Kaffee wird das Büro wohl nicht verzichten …

Apropos Kaffee, wie steht es um das Essen im Büro?

Im Büro wird gemeinschaftlich vegetarisch gekocht, so gut wie immer mit regionalen und biologischen Zutaten.

Was hat sich in Sachen Energieverbrauch getan, vor allem in puncto Strom und Heizung?

Wir sind auf einen zertifizierten Energieanbieter umgestiegen, der beispielsweise mit dem WWF zusammenarbeitet. Verwendet werden ausschließlich Gold-Standard-Zertifikate.

Strom kommt zu 100 Prozent aus Wasserkraft, was in Österreich durch die vielen Stauseen zum Glück leicht ist. Wir verwenden also zu 100 Prozent Ökostrom. Das verwendete Gas ist als klimaneutrales Produkt zertifiziert. Wir haben auch eine Fußbodenheizung, was einer sehr effizienten Form des Heizens gleichkommt. Es ist auch gar nicht viel teurer als herkömmliche Energie, man muss sich nur umsehen. Zudem läuft unsere Heizung am Wochenende und über Nacht im Energiesparmodus.

Wie sieht es mit der Reinigung des Büros aus?

Ich habe mit unserer Reinigungsfirma gesprochen: Diese ist nach Eigenangaben auf besonders umweltschonende Reinigungsmittel umgestiegen. Was natürlich dann auch überprüft werden muss, beispielsweise anhand eines Zertifikats.

Welche Maßnahmen gibt es noch?

Die Mülltrennung bei uns ist in Restmüll, Papier, Glas und Dosen aufgeteilt. Hier könnte man sogar noch weiter optimieren.

Haben Sie auch hinsichtlich der Gala umweltfreundliche Maßnahmen getroffen?

Die Akademie hat für den Transport der Nominierten und Gäste nach Grafenegg ein Shuttleservice organisiert. Das Transportunternehmen – unser Projektpartner Blaguss – ist klimaaktiv mobil Projektpartner und setzt auf Klimaschutz.

War es insgesamt schwer, die Umstellung vorzunehmen?

Es war prinzipiell nicht wirklich schwierig. Nachdem ich mich auch privat bereits für das Thema Nachhaltigkeit interessiert habe, konnte ich hier bereits auf eigene Erfahrungen bauen. Es ging im Wesentlichen darum, diese Erfahrungen auf den Büroalltag zu übertragen, weil man hier die Bedürfnisse mehrerer Menschen berücksichtigen muss. Man kann immer etwas verbessern – wichtig ist es, dies dann Schritt für Schritt umzusetzen.